Traurig sein

Traurig sein

22. Dezember 2017 0 Von Alexandra Lettner

Traurig sein. Darf man das heute überhaupt noch sein? In einer Zeit, in der uns aus jedem Magazin, in den digitalen Medien und von Werbeplakaten überall her suggeriert wird, wie glücklich wir sein müssten? Wir müssen nur dieses Parfüm, dieses Schmuckstück besitzen und dann sind wir unwiderstehlich und glücklich.

Sind wir das denn dann wirklich? Von innen heraus? Also ich habe das auch mal versucht und bei mir hat das nicht geklappt… Ich persönlich finde, dass es fast schon in Konsumsucht ausartet, das man dieses oder jenes braucht um glücklich zu sein. Die Gesellschaft hechelt dem Glück hinterher.

Ich habe aus früheren Schulzeiten einige ehemalige Mitschüler immer mal wieder in den letzten Jahren getroffen. Einige von ihnen haben richtigen Freizeitstress und wissen manchmal gar nicht zu welcher Party, zu welchem Geburtstag oder Event sie gehen sollen. Es wirkt wie eine ewige Unruhe auf mich. Nur nicht stillstehen, man könnte ja etwas verpassen, oder man könnte ja selbst mal zur Ruhe kommen und sich nur mit sich selbst beschäftigen.
Und warum tun das so viele Menschen nicht?? Es ist eine der schwierigsten Dinge überhaupt, sich seiner Gefühle, Ängste und Sorgen zu stellen. Sich selbst gegenüber zu stehen und vielleicht auch mal zur Ruhe zu kommen. Ja, in der Ruhe kommt auch mal die Traurigkeit hervor. Vielleicht der Verlust eines geliebten Menschens, eine Trennung vom Ex-Partner oder vielleicht auch der Verlust des Jobs.

Die Menschen sind zu schnell unterwegs um sich ihrer Gefühle und Gedanken wirklich bewußt zu sein. Lieber legt man einen Mantel des Schweigens über den Schmerz, man läuft zum nächsten Partner, mit der Hoffnung der neue Partner mildert den Schmerz. Nein, mildern wird er ihn nicht, nur überdecken. Den Schmerz und die Traurigkeit müssen wir alle selbst mit uns ausmachen, wenn es der richtige Partner ist, dann wird er uns auch helfen und begleiten können,aber mehr auch nicht. Aushalten und verarbeiten müssen wir es alle selbst und alleine.

Darum ist es wichtig auch einmal innezuhalten, auch wenn der Schmerz und die Traurigkeit einen fast überrennt. Aber aus diesen Situationen gehen wir alle meist stärker und gereifter heraus und lernen immer wieder etwas dazu.