Zuhören

Vor einiger Zeit hatte ich einen Beitrag geschrieben, in dem es um miteinander reden ging. Genauso wichtig wie miteinander reden ist das zuhören.

In der heutigen Zeit, in der viele hauptsächlich über Smartphone usw kommunizieren, wird das richtige Zuhören sehr schwer. Vieles wird schnell per sms, whatsapp, facebook oder andere Plattformen ausgemacht. Das höchste ist mal ein Telefongespräch, wenn man doch mal keinen Bock hat zu schreiben.

Oft hören die Menschen nur noch mit einem Ohr hin wenn jemand anders ihnen etwas erzählt. Jeder ist im Stress, wer nimmt sich schon wirklich Zeit und Muße um zuzuhören???? Viele Menschen haben inzwischen Freizeitstress, wie sollte man da noch Zeit finden um sich Zeit zu nehmen um richtig zuzuhören???

Ich persönlich finde es wichtig meinen Mitmenschen zuzuhören, ich finde das hat etwas mit Respekt meinem Gegenüber zu tun. Wenn man es ganz genau nimmt, “verschenkt” es seine Lebenszeit an mich. Er könnte in dieser Zeit sicherlich auch etwas anderes tun.

Klar, geht mir das ab und an auch mal so. Wenn der Alltagsstress massiv ist, und alle 3 Kinder stehen zur gleichen Zeit vor mir und wollen etwas, dann klingelt noch das Telefon. Oh man, das sind so Situationen…da kann man nicht gleichzeitig allen zuhören. In diesen Situationen versuche ich eines nach dem anderen zu erledigen und jedem irgendwie gerecht zu werden.

Mein Mann und ich versuchen, auch im Alltag, uns zuzuhören. Egal ob es jetzt um alltägliche Dinge geht, um uns beide oder andere Dinge. Wenn es die Umstände, die Arbeit und all die anderen Dingen es erlauben, nehmen wir uns Zeit nur für uns beide. Oftmals gehen wir dann irgendwo was Gutes essen, spazieren oder setzen uns gemeinsam auf die Terrasse und lassen den Tag ausklingen. Und gerade jetzt als ich den Beitrag verfasse, fällt mir ein, dass wir das schon eine geraume Zeit nicht mehr getan haben. Dann wird es Zeit….

Und ich wünsche uns allen, dass wir es nicht verlernen zuzuhören, und falls wir merken dass wir nicht mehr so aufmerksam zuhören, etwas daran ändern.

Ich wünsche uns allen allen tolle Gespräche……

Gut zu sich selbst sein

„Du bist jetzt aber egoistisch!!!!“

Das ist ein Satz den ich schon sehr oft gehört habe, in verschiedenen Situationen meines Lebens.

Egoistisch sein, was ist das überhaupt? Nur an sich selbst denken? Nur den eigenen Vorteil sehen und nicht ab und zu mal an der Anderen denken?

Beginnen wir mal andersherum. Wo hört Selbstliebe auf und wo beginnt Egoismus?

Es ist wichtig gut für sich selbst zu sorgen und für sich selbst da zu sein. Denn alles beginnt bei uns selbst. Wenn nicht wir, wer sollte dann zu aller erst für uns da sein und für uns sorgen?

Ich selbst ertappe mich immer wieder, dass ich meine eigenen Bedürfnisse immer ganz hinten anstelle. Egal ob das nun meine Familie, beruflich oder anderer privater Natur ist. Oft ist es mir wichtig das es anderen gut geht, bevor ich an mich denke. So bin ich wohl erzogen worden. Und manchmal käst mich das richtig an, das ich so handle. Dann denke ich oft, oh man, ich will das doch so gar nicht. Bin ich denn auch noch jemand? Merken das die anderen um mich herum denn gar nicht, dass ich dies oder das jetzt so gar nicht will??? Warum fragt mich niemand?

Nein, sie merken es oft nicht. Da wird dann über den Kopf hinweg entschieden. Dann werde ich wütend und bin enttäuscht. Und traurig.

In manchen Situationen bin ich unsicher und ängstlich, soll ich jetzt etwas sagen, interessiert meine Meinung überhaupt jemanden?

An diesen Punkten merke ich recht schnell, das ich nicht für mich einstehe. FÜR MICH einstehe. Für meine Meinung, meine Interessen, mein Wollen und für das was MIR wichtig ist.

Als junge Frau war das noch viel krasser und ausgeprägter wie jetzt. Da bin ich oft mit dem Strom geschwommen, nur nicht dagegen reden, einfach still sein. Dann bekommst du keinen Ärger.

Mit den Jahren habe ich dazugelernt. Ich sage nun immer öfter was mir nicht passt, was ich möchte bzw. was ich nicht möchte. Manchmal geht es leichter, manchmal fällt es mir schwerer.

Aber…..

Es ist wichtig zu sagen, was man will. Woher soll der andere wissen, was in mir vorgeht? Deshalb ist es wichtig für sich einzustehen. Für sich selbst da zu sein, gut für sich zu sorgen.

Und vor vielen Jahren habe ich mal in einem Buch gelesen, das Egoismus dort beginnt, wo man anfängt dem Anderen zu schaden!!!
Wem schade ich wenn ich mal sage, du ich habe jetzt keine Lust? Ich möchte gerne noch ein wenig liegenbleiben.

Solange man den Anderen nicht schadet, darf und SOLL man auch an sich selbst denken und auch so handeln…..

Und oftmals ist ein NEIN zu anderen ein JA zu sich selbst!!!!

Sich entscheiden

Was ziehe ich heute an? Dieses oder das andere Paar Schuhe? Welchen Lippenstift lege ich auf? Welche Krawatte nehme ich heute? Viele Situationen unseres Lebens bedürfen einer Entscheidung für dieses oder jenes.

Manche Entscheidungen fallen leichter, manche schwerer.

Sich für die Liebe zu entscheiden erfordert Mut. Ich rede jetzt nicht von der Liebe für zwischendurch, nur um nicht alleine sein zu müssen. Was ist meine ist die Liebe, die ehrlich und aufrichtig ist.

Uns allen wird eine Liebe à la Hollywood vorgegaukelt. Ist es das wirklich auf was es ankommt? Blumen, Schmuck und all die Sachen die wir in den Filmen sehen? Das immer alles prima ist und keiner richtig streitet. Alles rosarot und himmelblau.

Aber mit richtiger, tiefer Liebe hat das nichts zu tun.

Immer wieder höre und lese ich von Menschen(damit meine ich Männer UND Frauen), die aus einer bestehenden Beziehung sich etwas neues suchen. Aus Langeweile, Frust oder das was man daheim hat, ist nicht mehr jung und knackig, der Alltag hat Einzug gehalten oder man sucht den Kick für nebenbei. Meist um sich selbst zu bestätigen zu lassen wie toll man noch ist.

Nun stelle ich mir die Frage, warum suchen so viele Menschen in bestehenden Beziehungen schon im Aussen etwas neues, ohne das Bestehende oftmals gar nicht angeschaut zu haben? Ist es die jetzige Beziehung nicht wert, dass man/frau sich Mühe gibt? Ist der Andere so austauschbar geworden? Ist ein Mensch ein Vorzeigeobjekt, ein Lückenfüller oder einfach Spaß für nebenbei?

In unserer schnelllebigen Zeit findet man fast an jeder Ecke etwas neueres, spannenderes oder exotischeres als man bisher kennt. Das www ist eine tolle Einrichtung, finde ich, man findet schnell zum Ziel, kann online shoppen und vielleicht auch jemanden kennenlernen.

Aber die Medaille hat auch eine Kehrseite. Eine Affäre, ein Seitensprung oder eine Zweitbeziehung findet sich eben so schnell, meist ohne das der Partner eine Ahnung davon hat. Whatsapp, Facebook, Sms, E-Mail usw.,machen das Geheimhalten noch einfacher. Statt miteinander zu reden was eventuell nicht gut läuft in der Ehe/Beziehung läuft man weg, in die Arme eines anderen Menschen. Das scheint für den Moment sehr einfach.

Aber…aber die Probleme sind dadurch nicht weg. Denn man nimmt sich selbst überall hin mit. All die Ängste, Sorgen, Minderwertigkeitsgefühle und vieles mehr….

Mit der Hoffnung und oft auch dem Glauben, mit dem Nächsten wird alles besser ,schöner und einfacher. Mitnichten wird es besser, es wird nur anders, weil man ja nur den Mitspieler ausgetauscht hat, man selbst ist noch der gleiche Mensch.

Natürlich gibt es auch Ehen/Beziehungen die wirklich zu Ende sind. Das schmerzt und dann bricht eine Welt zusammen bei einer Trennung. Manchmal ist der gemeinsame Weg einfach vorbei. Aber dann sollte man so viel Anstand und Ehrlichkeit besitzen, in das offene Gespräch gehen und den anderen freigeben. Und nicht nur aus Gewohnheit, Bequemlichkeit, aus Geldsorgen oder Einsamkeit sich selbst und auch den Anderen für etwas neues blockieren.

Und das ist auch Liebe…die Liebe zu sich selbst und der Respekt vor dem Anderen

Enttäuschung

Enttäuschungen begleiten uns schon seit frühester Kindheit. Wenn wir als Kind zur unserer Mutter gegangen sind und nach einen Stück Schokoloade gefragt haben, und unsere Mutter hat nein gesagt, waren wir erst einmal traurig und enttäuscht.

In diesem Moment verstanden wir nicht, warum man nichts bekam, da wir noch nicht wussten, das es zum Beispiel gleich ein Eis geben würde. Oder es gab bald Mittagessen und davor gibt es nichts anderes.

Die enttäuschende Momente geschehen auch in der Pubertät. Der heimlich angehimmelte Schwarm hat eine Freundin. Man ist zutiefst enttäuscht.

Und auch im Erwachsenenalter bleiben diese Erfahrungen nicht aus. Egal ob privat, beruflich oder familiär.
Dabei ist eine Enttäuschung etwas positives. Jetzt werden viele den Kopf schütteln und sagen: Wie kann eine Enttäuschung etwas gutes sein? Meist geht das mit Schmerz, Traurigkeit, Wut und Tränen daher.

Nehmen wir das Wort einmal genauer unter die Lupe. Es besteht aus 2 Silben.

Ent und täuschung

Eigentlich, und meist gelingt das mit etwas zeitlichen Abstand besser, sind wir dankbar dafür, denn man uns die TÄUSCHUNG weggenommen. Wie ein Schleier vor den Augen. Und sehr oft resultiert eine Enttäuschung aus einer falschen Erwartung heraus.

Manchmal sind wir vom Partner enttäuscht, weil er etwas nicht so gemacht, wie wir uns das vorgestellt haben, dann sind wir enttäuscht. Aber…jetzt….wusste er das über das Bescheid was wir uns dachten? Haben wir es ihm gesagt?

Auch die Freundin die uns immer wieder versetzt, mit den fadenscheinigsten Ausreden. Irgendwann, wenn wir dafür offen und bereit sind, erkennen wir vielleicht wie sie wirklich ist. Und können sie und ihr Verhalten dann so akzeptieren wie es ist.Wenn nicht, dann sollten wir die Freundschaft vielleicht beenden. Das liegt an uns selbst.

Auch für mich ist der Umgang mit Enttäuschungen nicht immer einfach. Manchmal schmerzt es, manchmal weine ich. Aber das darf auch sein. Niemand sollte sich wegen seiner Gefühle schämen.

Glaube Liebe Hoffnung

Dieser biblische Grundsatz hat für mich schon immer eine große Bedeutung gehabt. Für mich hat mein Glaube erst einmal nichts mit der weltlichen Kirche zu tun. Ich bin zwar gläubig, aber in die Kirche gehe ich nicht.

Für mich persönlich brauche ich das auch nicht.Ich bin der Überzeugung das die Kirche eine menschliche Erfindung ist, da Gott uns überall erhört, egal ob ich mich in einer Kirche oder daheim auf meinem Sofa befinde.

Der Glaube ist eine Herzenssache,der entweder in meinem Herzens verwurzelt ist oder ich glaube nicht.

Die Liebe ist etwas schönes. Sie erwärmt das Herz und die Seele. Gibt es etwas schöneres als zu lieben und geliebt zu werden? Egal ob das die Liebe zwischen Eltern und Kindern ist, freundschaftliche Liebe oder die Liebe zwischen Partnern. Sie ist etwas besonderes, das man immer hegen und pflegen sollte.

Zu guter Letzt kommt die Hoffnung. Ohne sie wären viele unseren Lebensstunden dunkel und ohne Ausweg. Manchmal rettet die Hoffnung einen aus einem tiefen Loch, vor allen Dingen wenn man kein Licht mehr sieht. Man sagt ja auch“ Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Wer keine Hoffnung mehr hat, der ist am Ende.

Nun heißt es in der Bibel im 1.Korinther, Vers 13:

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Was will uns dieser Bibelvers mitteilen? Alle 3 Dinge sind wichtig. Der Glaube, um einen Platz in sich selbst zu haben, der uns stärkt, wenn wir die Zuversicht und den Glauben verlieren, weil wir etwas erleben das uns durchschüttelt.

Die Hoffnung, einen Anker der uns, wenn das Leben uns den Boden unter den Füssen wegzieht, in uns festhält und uns Sicherheit gibt, das es wieder besser wird.

Und als letztes, aber das ist das Schönste von allen dreien, ist die Liebe. Sie ist geduldig, sie verzeiht alles und duldet alles. Sie ist die größte Macht die uns begleiten kann, wenn wir sie in unser Leben und unser Herz lassen.

Drum lasst euren Herzen im Namen der Liebe leuchten……..

Jetzt


Wie oft sagt man zu sich selbst oder zu seinen Mitmenschen „wenn nur erst“, „wenn dann“. Warum machen wir das? Was erhoffen wir uns davon? Gut, die Zeit arbeitet für uns, manche Dinge erledigen sich auch von selbst.

Wir Menschen warten viel zu oft, auf den perfekten Partner, die perfekte Wohnung, den perfekten Job usw. Nur, läuft das Leben da nicht an uns vorbei? Wenn wir immer nur auf das perfekte warten?

Wenn wir in einer Partnerschaft leben, wieviel Menschen sehnen sich nach etwas anderem? Hmm, aber warum? Wenn wir nicht glücklich sind in unserer Beziehung, dann sollten wir entweder daran arbeiten, zusammen mit unserem Partner oder es beenden. Ein Verharren in der Situation macht meist auf Dauer nicht glücklich. Oftmals verharren wir , weil wir Angst davor haben alleine zu sein, nicht genug Geld zu haben usw. Da stelle ich die Frage: Ist all das es wert, das Geld, die Einsamkeit, das Ansehen in der Gesellschaft, dass wir unglücklich sind? Ich glaube nicht. An erster Stelle stehen wir selbst denn wenn wir nicht glücklich sind was ist das Leben noch wert?

Natürlich gibt es auch dunklere Zeiten, die haben wir alle. Niemand geht nach einer Trennung ohne Erfahrung heraus, egal ob nun privat oder beruflich.

Und das darf auch sein, die Dinge annehmen und etwas daraus lernen. Nur so entwickelt man sich weiter und kann auf Dauer zufrieden werden.

Darum ist es wichtig JETZT zu leben. Nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Denn nur in der Gegenwart können wir etwas bewirken, etwas verändern, etwas beginnen. Das was vergangen ist, ist unveränderbar und das welches in der Zukunft liegt ebenso. Nur JETZT, nur heute lädt das Leben zum Tanz ein, heute und JETZT ist alles möglich, wenn wir bereit dafür sind. Packen wir die Gelegenheit und das Glück beim Schopf und tanzen durchs Leben, denn heute ist der wichtigste Tag….

Masken

Karneval, Fasching oder Fasnet, die närrische Zeit hat viele Namen.

Aber auch außerhalb dieser Zeit tragen viele Menschen Masken, sie verstecken sich dahinter. Warum ist das so?

Es gibt ein berühmtes Bild, von einem Clown der ein lachendes Gesicht geschminkt hat, und man trotzdem eine Träne laufen sieht.An diesem Beispiel sieht man das hinter der Maske oft alles anders sein kann. Obwohl der Clown anscheinend lacht, ist er traurig. Aber niemand soll es sehen. Das ist schade….

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, überall kann man sich hinter etwas verstecken. Hinter Profilen, Nicknamen und vielen anderen Dingen. Das Internet bietet viel Raum und Platz für Anonymität. Es ist unpersönlicher geworden.

Eine andere Art von Maske, zumindest für mich, ist das Schminken. Ich rede jetzt nicht von Wimperntusche, Lippenstift oder Lipgloss. Ich rede von geschminkt bis fast zur Unkenntlichkeit.

Es gibt eine lustige und zum nachdenken bringende kleine Anekdote.Vor vielen Jahren erzählt mir ein Freund von einem Erlebnis mit einem netten Mädel. Er hat sie am Samstagabend in der Disco kennengelernt und sie gingen zusammen zu ihm nach Hause. Was die beiden in dieser Nacht miteinander gemacht haben, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich denke wir haben genug Phantasie um uns das vorzustellen.Am nächsten Morgen ist er aufgewacht und wunderte sich wer bei ihm am Bettrand sitzt, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Er war nicht betrunken gewesen am Abend zuvor. Also darauf kann man es nicht schieben. Er erzählte mir bestürzt,dass das Mädel, sie hatte sich wohl abgeschminkt, sie sah komplett anders wie am Abend zuvor. Nicht das sie hässlich war, sie sah nur komplett anders aus. Ein ganz anderer Mensch.Gesagt hat er es ihr wohl nicht, so wie ich ihn kenne. Und ob die Beiden sich nochmal getroffen haben, weiß ich auch nicht.

Anhand dieser Geschichte wird mir bewusst wie viele Menschen sich verstecken. Jeden Tag, so viele Masken.

Und das aus vielen verschiedenen Gründen. Angst, mangelndes Selbstbewusstsein und sicherlich auch mit dem Strom schwimmen. Also, wenn das die oder derjenige macht, dann muss ich das auch machen. Wieso? Jeder ist auf seine Art schön und das ist gut so.

Einsam

Fühlt Ihr euch auch manchmal alleine und einsam? Kennt Ihr das? Ist ein beschissenes Gefühl. Ich kenne das von mir selbst sehr gut.Ich habe mich schon in meiner Kindheit oft alleine gefühlt. Meine Mutter hat viel gearbeitet und mein Vater war entweder beruflich unterwegs, im Büro oder ich weiß nicht wo.

Wir hatten ein großes Haus, mit ca. 250 qm Wohnfläche. Aber obwohl alles da war, war es nicht schön dort zu leben und zu sein.Es war kalt, lieblos. Viele Stunden, Tage und Wochen war ich bei meinen Großeltern mütterlichseits. Es war ein kleines Häuschen, aber es war voller Wärme und Liebe. Gemütlich und kuschelig. Einfach schön.

Auch in meiner Jugend war ich viel alleine in meinem Zimmer. Manchmal gewollt, manchmal ungewollt. Mein Elternhaus steht in einem kleinen Ort, wir haben eher weiter am Ortsrand gewohnt, das war der Weg zum Spielkamerad schon weit.

Auch heute fühle ich mich einsam und alleine. Auch wenn meine Familie um mich herum ist. Vor allen Dingen wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Da prasselt es von allen Seiten auf mich ein, jeder will etwas. Am schlimmsten ist es, wenn ich angeschnauzt werde und ich das Gewitter ab bekomme weil der Andere sich über etwas geärgert hat.

Es ist manchmal schwer auszuhalten, wenn man zwischen den Stühlen sitzt. Manche Tage stecke ich das gut weg, manche Tage schlechter.

An guten Tagen geht das irgendwie an mir vorbei, da kratzt mich das nicht. An den schlechten Tagen schmerzt es furchtbar, da passiert es oft das ich weine.

Ich denke mir fehlt es, dass ich mich abgrenze und es nicht zu persönlich nehme. Das sollte ich noch für mich lernen.Und daran arbeite ich. Es ist wichtig für sich einzustehen und Grenzen zu ziehen, wie weit man es an sich heranlässt. Egal ob es schlechte Laune, Unzufriedenheit oder Stress. Sich selbst schützen, das ist wichtig und lernbar.

Sich selbst treu bleiben

Dieses Thema ist wohl für Jeden immer mal ein Thema. Oft stellt man sich in gewissen Situationen die Frage für wen man sich entscheiden soll, für den Anderen oder für sich?

Es ist, zumindest für mich, wie auf einer Rasierklinge balancieren. Man möchte dem Anderen helfen, etwas erledigen oder ähnliches. Dann stehe ich manchmal vor der Entscheidung, möchte ich das jetzt oder nicht? Ist nicht immer einfach sich zu entscheiden. Vor allem wenn es sich um den Partner, Kinder, Familie oder Freunde handelt.

Schwere Wahl. Und es hat ebenfalls etwas mit Selbstliebe, Selbstachtung zu tun. Viele Menschen haben die Gewohnheit sich aufzuopfern. Auch ich, ich merke das immer mal wieder. Das ist eine Sache, an der ich begonnen habe, aktiv etwas dran zu ändern. Mich macht das inzwischen unzufrieden, wenn ich mich gegen mich entscheide, es nervt mich dann meist hinterher das ich mich wieder habe überreden lassen. Ich bin dann meist sauer mit dem Anderen, obwohl der oft nichts dafür kann.

In diesen Situationen wird mir das am meisten voll bewusst, wie sehr ich mich immer wieder selbst vergesse, weil ich mich nicht in dem Maße liebe wie es für mich sein sollte. Ärgerlich. Aber manchmal, sage ich nein, ich mag das jetzt nicht. Dann kommt die alte Gewohnheit hoch und ich bekomme ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Anderen. Das schlechte Gewissen ist mal mehr,mal weniger da. Und mit jedem Mal an dem ich mich für mich selbst entscheide, wird es leichter nein zu sagen zum Anderen und ja zu sich selbst. Auch das ist Selbstliebe.  Und solange ich niemandem schade ist es kein Egoismus.

Vielleicht sollte ich wieder öfters mal wieder an mich denken.

Und mit einem Zitat von Charlie Chaplin möchte ich meinen Beitrag schliessen.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,

habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus, aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe.

Perfekt sein

Wer kennt das von sich? Immer alles richtig machen wollen? Also, ich kenne das sehr gut von mir selbst. Zu gut manchmal.

Es fühlt sich oft an wie ein innerer Zwang. Geht das überhaupt? In manchen ruhigen Stunden kommen mir da oft Zweifel. Es ist schwierig immer alles richtig zu machen, jedem um sich herum alles recht zu machen, das ist ein Teufelskreis, eine Gewohnheit und oft auch anerzogen.

Bei mir hat es wohl in der Kindheit begonnen, mein Perfektionismus. Ich wurde mehr geliebt und beachtet wenn ich gute Noten heimbrachte, lieb und angepasst war in den Augen meiner Eltern und keine Schwierigkeiten gemacht habe.

Da habe ich mir das wohl angewöhnt. Eine blöde Angewohnheit ist das, ich merke das immer öfter. Ich erwische mich immer öfter dabei etwas eigentlich nicht zu tun zu wollen, tue es dann aber trotzdem. Aus Gewohnheit? Bei mir selbst wohl eher aus Sorge, das wenn ich nein sage, der andere mich vielleicht nicht mehr gern hat oder ähnliches.

Blöd, ne?
Meist rührt ein solches Verhalten aus einem mangelnden Selbstbewusstsein heraus.In mir fühlt sich das an wie ein Gummiband das immer mehr gespannt wird, bis es fast zereisst. Dann merke ich, das ich an einem Punkt bin, an dem es nicht mehr weitergeht wie es gerade ist. Das macht unzufrieden.

Ich bin gerade dabei zu lernen, mehr auf mich selbst, meinen Körper, mein Herz und meinen Kopf zu hören. Es ist ein Lernprozess, wie so vieles im Leben.

Aber ich bin mir sicher, das schaffe ich auch….